Heilpraktikerin und Körpertherapeutin

Allgemein

Nahrungsmittelunverträglichkeiten

Nahrungsmittelunverträglichkeiten

Naturheilpraxis Monika Groth

Blogthema August: Der Begriff Nahrungsmittelunverträglichkeit ist ein Überbegriff für alle Beschwerden oder Erkrankungen, die im Zusammenhang mit dem Verzehr bestimmter Nahrungsmittel auftreten.

Differenzierung

Beschwerden, die im Zusammenhang mit der Nahrungsaufnahme stehen, treten nicht immer unmittelbar nach dem Essen auf. Oft vergehen Stunden bis Tage; die Symptome lassen sich nicht eindeutig den betreffenden Lebensmitteln zuordnen. Je nach Ursache äußern sich die Beschwerden und Abläufe sehr vielfältig. Deshalb ist eine diagnostische Differenzierung gefordert.

Es ist zunächst eine Unterscheidung zwischen immunologischen und nicht-immunologischen Reaktionen notwendig.

Enzymdefekte

Die häufigsten Nahrungsmittelunverträglichkeiten werden durch Enzymdefekte hervorgerufen. Z.B. die Laktoseunverträglichkeit oder die Histaminintoleranz. Bei einer Histaminintoleranz beispielsweise besteht ein Mangel am histaminabbauenden Enzym Diamineoxidase (DAO).

Die enzymbedingten Formen von Unverträglichkeiten oder Intoleranzen können einerseits durch einen Gendefekt entstanden sein, wären dann also angeboren. Oder sie entwickeln sich durch Resorptionsstörungen im Dünndarm. Bei diesen Unverträglichkeitsreaktionen spielt das Immunsystem keine Rolle, d.h. alle Bestandteile in der Nahrung werden vom Immunsystem toleriert.

Immunologisch vermittelt

Bei den immunologisch vermittelten Nahrungsmittelunverträglichkeiten wird die aufgenommene Nahrung verdaut und kann resorbiert werden. Aber einzelne Bestandteile der Nahrung aktivieren hier das Immunsystem. Das Immunsystem ist dann nicht in der Lage, eine Toleranz gegenüber den eigentlich harmlosen Bestandteilen in Lebensmitteln zu gewährleisten. Es entstehen ungewollt ausgelöste Entzündungsreaktionen. 

Zu den immunologisch vermittelten Nahrungsmittelunverträglichkeiten gehören die Nahrungsmittelallergien und Kreuzreaktionen, die Autoimmunerkrankung Zöliakie und die sogenannten Pseudoallergien auf Nahrungsmittelzusatzstoffe.

Typ I – Allergie

IgE-Antikörper lösen eine Typ I – Allergie aus. Diese werden bei Kontakt zum entsprechenden Allergen (Nahrungsmittel) aktiviert. Dadurch wird Histamin freigesetzt und es entsteht eine allergische Entzündung. Diese Form ist eine Soforttyp-Allergie, d.h. unmittelbar nach dem Kontakt zum Allergen wird eine Reaktion ausgelöst. Innerhalb von Minuten bis wenige Stunden nach Verzehr der Nahrung können Beschwerden wie Juckreiz, Schwellungen in Mund und Rachen, Asthma, Erbrechen und Durchfall auftreten. Diese Symptome werden oft bereits durch sehr geringe Mengen des betreffenden Nahrungsmittelallergens ausgelöst. Meist ist diese Allergieform an eine Pollenallergie gekoppelt. Hieraus können über sogenannte Kreuzallergien Rückschlüsse auf unverträgliche Lebensmittel gezogen werden.

Typ IV- Allergie

Die Typ IV- Allergie basiert auf spezifischen T-Lymphozyten (Zellen der Immunabwehr), die sich gegen Nahrungsmittelproteine richten. Diese Form ist eine Spättyp-Allergie, d.h. Symptome treten oft erst 24 bis 48 Stunden nach Nahrungsmittelverzehr auf.  Die vielschichtigen Symptome lassen sich aus diesem Grund nur schwer zuordnen. Dazu gehören z.B. Beschwerden im Verdauungssystem, Ekzeme der Haut, Migräne usw.

IgG4 vermittelte Unverträglichkeit

Nahrungsmittelunverträglichkeiten, die mit IgG4-Antikörpern vermittelt sind, kommen sehr häufig vor. Auch hier erscheinen die Symptome meist erst Stunden bis Tage nach dem Verzehr. Die Ursache liegt in einer gestörten Darmbarrierefunktion – Leaky gut Syndrom. So gelangen Nahrungsmittelbestandteile vermehrt ins Blut und stimulieren dort das Immunsystem, Antikörper (IgG4) zu bilden, die zur Entstehung unter- schiedlichster Symptome beitragen können.

Die Diagnostik dieser Unverträglichkeit steht sehr in der Kritik der Fachverbände. Diese ist aber nur teilweise berechtigt, da nicht alle zur Verfügung stehenden Daten in die öffentliche Diskussion eingeflossen sind. Beachtenswerte Studienergebnisse(z.B.-1)  in renommiertenZeitschriften und die empirischen Daten haben dabei keinerlei Berücksichtigung gefunden

(1) Atkinson et al.: Food elimination based on IgG antibodies in irritable bowel syndrome: a randomised control trial. Gut. 2004; 53; 1459-1464)

Unverträglichkeiten von Nahrungsmittelzusatzstoffen

Zu den Nahrungsmittelzusatzstoffen gehören Farbstoffe, Konservierungsstoffe, Verdickungsmittel, Geschmacksverstärker und Süssungsmittel. Einige dieser Stoffe können Auslöser von pseudoallergischen Reaktionen sein. Bei einer pseudoallergischen Reaktion ist das Immunsystem nicht beteiligt, auch wenn diese oft der IgE-vermittelten Allergie ähneln kann.

Diagnostik

Für enzymbedingte Unverträglichkeiten gibt es verschiedene Diagnosemöglichkeiten. Die Laktoseunverträglichkeit kann man mittels des Laktosetoleranztests oder mit dem H2-Atemtest ermitteln. Ich empfehle meinen Patienten in diesem Fall allerdings eine wöchentliche Weglaßdiät mit anschließender Provokation.

Eine Histaminintoleranz kann man mit der Bestimmung des DAO-Enzyms im Blut feststellen. Allerdings treten bei einer Histaminose im Darm (Ablagerung von Histamin durch Allergien und Entzündungen) ähnliche Symptome wie die bei einer Histaminintoleranz auf. Daher sollte bei Verdacht auch der Histamin-Wert im Stuhl bestimmt werden.

Immunologisch vermittelte Allergien und Unverträglichkeiten kann man durch Messung von jeweiligen Antikörpern im Blut bestimmen. Dazu braucht es für jede Allergie-Form einen bestimmten Test.

Schreikinder und Möglichkeiten der Therapie

Blogthema Juni

Als Schreikinder werden Säuglinge bezeichnet, die unter exzessivem Schreien und dauerhaften Unruheattacken leiden.

Da das Symptom oft innerhalb der ersten drei Monate auftritt, werden als häufigste Ursache die Dreimonatskoliken genannt. Es gibt jedoch dafür keine wissenschatlichen Beweise.

Säuglingsgeschrei gehört zu einer normalen Entwicklung. Schreien ist das einzige Kommunikationsmittel, das dem Kind in diesem Alter zur Verfügung steht, um auf seine Not aufmerksam zu machen.

Wenn das Schreien zum Problem wird, sollte man folgende Faktoren ausschließen: 

  • Ausschluss von Erkrankungen oder organischer Ursachen beim Kinderarzt
  • Geburtstrauma (muskuläre Verspannungen, Gelenkblockaden, psychische Traumen – wie z.B, Todesangsterfahrung)
  • übergroße Reizüberflutung (bei unzureichender Reife des ZNS)
  • Distanz zu den Eltern (Säuglinge wollen getragen werden)

Hohe Belastung für die Eltern

Eltern sollten gründlich über das Verhalten ihres Kindes aufgeklärt werden.  Durch die ständige Überforderung (Eltern entwickeln starke Stresssymptome) kann es zu Vernachlässigung und Misshandlung kommen. Die Eltern sollten bei einer Therapie immer mitbehandelt werden.

Empfehlungen für Eltern

Es ist sinnvoll, für Ihr Kind feste Rhythmen einzuführen (Schlaf- und Trinkrhythmus). Tragen Sie Ihr Kind in den ersten drei Monaten so oft es geht am Körper, auch bei der Hausarbeit. Versuchen Sie Ihr Kind von unnötigen Reizen abzuschirmen (Smartphones, TV, Computer in unmittelbarer Nähe). Sorgen Sie für Ihre eigene Entlastung und Pausen (Abwechseln der Eltern, Babysitter, Großeltern, Jugendamt, Beratungsstellen). Wechseln Sie bei Schreiphasen nicht hektisch von einer Beruhigungsmaßnahme zur nächsten – das überfordert Ihr Kind eher, als dass es beruhigt wird.

Diagnostik

In meiner Praxis habe ich schon einige Schreikinder behandelt. Bei den meisten dieser Kinder war es offensichtlich, dass ihr Problem im Darm liegt. Sie hatten einen harten Blähbauch, dessen vorsichtiges Untersuchen bereits Schmerzen auslöste. Eine Stuhluntersuchung ergab dann oft ein stark fehlerhaftes Mikrobiom (Bakterienkulturen im Darm) und positive Entzündungsmarker. 

Therapieoptionen

Sollte sich der Verdacht auf ein Darmproblem nach der Stuhluntersuchung bekräftigen, empfehle ich die Einnahme von Probiotika (für Säuglinge). Falls die Mutter nicht stillt, empfehle ich einen Wechsel auf eine hypoallergene Ersatzmilch. 

In jedem Fall sollte sich die Mutter bei einer Darmproblematik ihres Kindes auch selbst behandeln lassen.

Eine sehr gute Wirkung wird zusätzlich mit einer allabendlichen, sanften Einreibung von Rücken und Füßen mit Lavendelöl (Weleda) erreicht.

Bei körperlichen Geburtstraumen empfehle ich den Besuch bei einem Osteopathen oder Cranio-Sacral-Therapeuten. Auch Vojta und Bowen-Behandlungen sind zu empfehlen.

Sollte bei den Schrei-Symptomen eine psychische Ursache zugrunde liegen (psychische Probleme der Mutter, schwierige Lebenssituation der Eltern, Partnerprobleme), ist es natürlich sinnvoll, wenn die Eltern sich Unterstützung, Hilfe und Beratung suchen. Das Kind kann man begleitend naturheilkundlich (Bachblüten, Homöopathie, TCM) behandeln.

 

Naturheilkundliche Begleitung bei Krebs

Blogthema Mai:

Bei der Diagnose Krebs sucht der Betroffene oft nach alternativen Behandlungen. Eine naturheilkundliche Begleitung neben der konventionellen Krebstherapie kann die Nebenwirkungen der Strahlen- und Chemotherapie erheblich lindern. In dem ganzheitlichen Begleitungskonzept steht die Förderung eines gesunden Mikrobioms (Zusammensetzung der Mikroorganismen im Darm) an erster Stelle. Aber auch die Substitution mit Mikronährstoffen sowie der Fokus auf eine geeignete gesunde Ernährung, Sport, Bewegung und Lebensstil spielen eine essentielle Rolle. Darüberhinaus gilt es Störfelder im Körper aufzuspüren und auszuschalten (z.B. chronische Entzündungen) sowie die Entgiftungsfunktionen im Körper zu unterstützen.

Mikrobiom und Krebs

Das Mikrobiom eines Krebspatienten wird im Krankheitsverlauf meist stark geschädigt. Wenn der Patient die Diagnose Krebs erhält, löst das immensen Stress aus und die psychische Belastung ist hoch, ebenso die körperliche Belastung durch die nachfolgende Diagnostik. All das wirkt sich bereits sehr ungünstig auf das Mikrobiom aus. 

Während einer Chemotherapie verliert das Mikrobiom seine so wichtige Vielfalt. Außerdem wird die Barrierefunktion des Darms (leaky gut) gestört. Welche Auswirkungen ein durchlässiger Darm für unseren Organismus hat, lesen Sie bitte unter leaky gut nach. Ebenso verliert die Kolonisationsresistenz, welche die Ansiedlung von krankheitserregenden Bakterien in vielen Bereichen des menschlichen Körpers verhindert, ihre Kraft.

Um diese Entwicklung zu unterbinden, wird nach einer Mikrobiom-Analyse ein individuelles Therapiekonzept zusammengestellt. Hierbei kommen Präbiotika und Multispecies Probiotika gezielt zum Einsatz.

Krebsbegleitung Heilpraktikerin M.Groth
Naturheilkundliche Krebsbegleitung

Mikronährstoffe und Ernährung bei Krebs

Begleitend dazu werden Mikronährstoff-Defizite ausgeglichen. Die wichtigsten sind Vitamin D, Vitamin C, B-Vitamine, Zink, Magnesium, Selen. Außerdem wird eine individuelle Ernährungsanamnese mit -beratung und nachfolgender Ernährungsintervention durchgeführt. Eine geeignete Sport- und Bewegungstherapie wird empfohlen. Auf Wunsch gibt es ferner eine Beratung zum Lebensstil.

Entgiftung

Es ist sinnvoll bei der begleitenden Krebstherapie an eine Entgiftung zu denken. Auf jeden Fall sollten die Entgiftungsfunktionen von Leber, Niere und Lymphe unterstützt werden. 

Nachlesen 

Deutsches Ärzteblatt: Krebstherapie, Immunsystem und Mikrobiom

Zitat aus dem Ärzteblatt

“Noch vor 20 Jahren war es exotisch, sich wissenschaftlich mit Darmflora und Tumorwachstum zu beschäftigen. Jetzt boomt die Mikrobiomforschung, auch in der Onkologie. „Außer der sich rasch entwickelnden translationalen Stammzellforschung ist die Bedeutung des Mikrobioms für das Immunsystem international ein innovatives Forschungsgebiet und ein Schwerpunkt bei der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Hämatologie und Onkologie“, sagte Kongresspräsident Prof. Dr. med. Lothar Kanz von der Universität Tübingen bei einer Pressekonferenz zur Tagung. „Wir wissen heute, dass das intestinale Mikrobiom ein potenter Modulator systemischer Immunreaktionen ist und viele Auswirkungen auf die Autoimmunität und auf das Tumorwachstum hat.“

Blogthema April: Autoimmunerkrankungen

Autoimmunerkrankungen (AiK) sind chronisch entzündliche Prozesse, die sich gegen körpereigene Strukturen richten. Und diese Erkrankungen nehmen rasant zu: in den letzten 30 Jahren wurde eine Steigerung von 19% verzeichnet. (1) In Deutschland sind schätzungsweise 10-15 Millionen Menschen betroffen.(2)

Zu den Autoimmunerkrankungen gehören Rheuma, Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen (Morbus Crohn, Colitits ulcerosa), Psoriasis, Multiple Sklerose, Hashimoto-Thyroiditis, um nur einige zu nennen. Sie stellen die Medizin vor ein Rätsel, denn bisher ist die Ursache und Behandlung weitgehend unbekannt.

Mögliche Ursachen

Genetische Faktoren einerseits sowie Umweltfaktoren (starker Stress, Infektionen, Schwangerschaft, Mineralstoffmangel) andererseits beeinflussen das Erkrankungsrisiko. Diese Faktoren gelten außerdem als Risiko: das Leaky gut Syndrom und eine genetische Vitamin-D-Resistenz. Weiterhin steht Gluten im Verdacht, ein möglicher Auslöser zu sein.

Insgesamt sind die Charakteristika einer Autoimmunerkrankung sowie die individuellen Anlagen, die eine solche ermöglichen sehr komplex. Eine Kenntnis über mögliche Auslöser zu haben, erhöht die Chancen einer AiK therapeutisch zu begegnen.

Immunolgie

Unserem Immunsystem stehen Abwehrzellen und Antikörper zur Verfügung. Mit denen geht es gegen schädliche Bakterien und Viren vor, die in unseren Körper eindringen. Sie bekämpfen die Eindringlinge und schützen uns so vor Krankheiten. Eine Autoimmunerkrankung entsteht durch eine Fehlleitung unseres Immunsystems. Auf einmal richtet es die Abwehrstoffe und Antikörper gegen nützliche körpereigene Zellen.

Lesen Sie die ausführlichere Erklärung des Autoimmunportals https://autoimmunportal.de/autoimmunerkrankungen/#was-macht-das-immunsystem

Schlüsselrolle Vitamin D

Vitamin D ist eng mit der Regulation des Immunsystems verbunden. Es gibt verschiedene Dokumentationen über den Zusammenhang zwischen einer Vitamin-D-Mangelversorgung und dem Risiko, eine Autoimmunerkrankung zu erwerben. Auch verschlechtert ein Vitamin-D-Defizit die Prognose eines bereits bestehenden Autoimmunleidens. (3)

Sie können mit einer Vitamin-D-Substitution ein Erkrankungsrisiko und einen schweren Krankheitsverlauf mit hoher Wahrscheinlichkeit beeinflussen. Die Dosierung sollte mit Ihrem Arzt oder Therapeuten abgesprochen werden.

Lesen Sie ausführlicher über den Vitamin D-Stoffwechsel https://www.vitamind.net/vitamin-d3/stoffwechsel/

Risikofaktor Leaky gut

Aktuelle Publikationen sehen die gestörte Durchlässigkeit des Darms (leaky gut) als Voraussetzung für gestörte Reaktionen des Immunsystems. Ein gestörtes Mikrobiom (Dysbiose) ist bei vielen Autoimmunerkrankungen nachweisbar. (4) Über den Begriff Leaky gut Syndrom (durchlässiger Darm) lesen Sie bitte in meinem Blog nach: https://www.naturheilpraxisgroth.de/leaky-gut/

Um den Risikofaktor Leaky gut zu minimieren oder auszuschalten, sollten Sie Ihrem Darm Beachtung schenken. Mithilfe eines Stuhlbefundes können Sie herausfinden, welche Interventionen Ihre Darmschleimhaut benötigt.

Eine geschädigte Darmschleimhaut resorbiert nicht mehr vollständig alle Nährstoffe, die wir brauchen. Mikronährstoffdefizite (z. B. Zink, Magnesium etc) erhöhen das Risiko, immunologische Störungen zu entwickeln. Ihre persönliche Mineralstoffsituation kann im Labor (möglichst Vollblut) analysiert werden. Eine ensprechende Substitution sollte bei allen Leaky gut Erkrankungen dazugehören.

Gluten-Diät

Zöliakie ist eine Autoimmunerkrankung, die auf einer genetischen Antikörper-Reaktion gegen das Gluten-Eiweiß besteht. Allerdings steht Gluten in der Diskussion, auch Auslöser für andere Autoimmunerkrankungen zu sein. Es lohnt sich, bei jeder Aik zu schauen, ob Gluten als Mitauslöser eine Rolle spielt. Lesen Sie auch meinen Blog “Ist Gluten wirklich schlecht für uns?”: https://www.naturheilpraxisgroth.de/ist-gluten-wirklich-schlecht-fuer-uns/

Quellen:

(1) Lerner, A. et al. 2015 “The world incidence and prevalance of autoimmune diseases is increasing” Int J Celiac 3(4): 151-5

(2) Autoimmunportal.de: 21.03.19

(3) Spitz, J. Prof. med. 2019 “Drahtzieher Vitamin D” Biogena Inside Magazin

(4) Higuchi, B.S. et. al. 2018 “Intestinal Dysbiosis in Autoimmune Diabetes Is Correlated With Poor Glycemic Control and Increased Interleukin-6” A Pilot Study, Front Immunol 9:1689

Blogthema März: Ist Gluten wirklich schlecht für uns?

Gluten ist zu einem Thema unserer Zeit geworden. Viele Menschen ernähren sich glutenfrei, weil sie glauben, dass das ihre Beschwerden lindern kann.

In meiner Praxis empfehle ich glutenfreie Ernährung bei vielen Gesundheitsstörungen mit dem Effekt, dass es den Patienten tatsächlich oft besser geht.

Aber was steckt dahinter? Ist Gluten wirklich schlecht für uns? Was macht es in unserem Körper?

Was ist Gluten eigentlich?

Gluten ist ein einzigartiges Protein – ein Klebereiweiß. Und zwar ist es das einzige Protein, das wir Menschen nicht verdauen können. Gluten kommt im Weizen vor, glutenähnliche Proteine in Dinkel, Gerste und Roggen.

Unser Darm ist nicht in der Lage, Glutenproteine vollständig zu verdauen. Trotzdem wird es von einem großen Teil der Menschheit vertragen und gefahrenlos wieder ausgeschieden. Jedoch haben viele Menschen wegen der Aufnahme von Gluten Probleme, Beschwerden und Gesundheitsstörungen.

Was macht Gluten im Darm?

Unser Darm ist ein Organ mit lebenswichtigen Aufgaben. Er ist zuständig für die Nahrungsaufnahme und die Produktion von wichtigen Vitaminen und Botenstoffen. Außerdem ist der größte Teil des Immunsystems im Darm beheimatet. Es ist also äußerst wichtig, dass die Darmschleimhaut gesund ist, damit all diese Prozesse funktionieren. Dagegen ist das Leaky Gut Syndrom eine äußerst ungünstige Situation, die unseren Darm befallen kann.

Bei einem Leaky Gut werden die Verbindungen zwischen den Darmzellen (Tight Junctions) aufgelöst und es entsteht infolge ein durchlässiger Darm, der sich äußerst ungünstig auf unsere Gesundheit auswirkt und zu vielfältigen Störungen führen kann.

Der Botenstoff Zonulin in unserem Körper lockert gelegentlich diese Verbindungen zwischen den Darmzellen, um einzelne Proteine und Krankheitserreger aus dem Darm durchzulassen. Das ist ein physiologischer Mechanismus des Immunsystems, er dient der Überwachung des Darminneren.

Gluten aktiviert jedoch eine massive Ausschüttung von Zonulin. Dieser Vorgang ist nicht mehr physiologisch und zerstört unkontrolliert die Tight Junctions, so dass ein chronisches Leaky gut entsteht.

Gluten kann auch die Darmzellen direkt angreifen, sich an sie binden und somit Entzündungen auslösen.

Gluten und Gesundheitsstörungen

Es gibt drei bekannte Formen von Gesundheitsstörungen, ausgelöst durch Gluten:

  1. Zöliakie
  2. Weizenallergie
  3. Glutensensitivität

Zöliakie

Die Zöliakie zählt zu den genetischen Störungen. Sie ist eine Autoimmunreaktion auf Gluten mit der vollständigen Zerstörung der Dünndarmschleimhaut.

Von der Zöliakie ist ca. 1% der Gesamtbevölkerung betroffen. Es gibt eine hohe Dunkelziffer von Menschen, die nichts von ihrer Diagnose wissen, weil ihre jeweiligen Gesundheitsstörungen nicht als Zöliakie erkannt werden.

Die Symptome einer Zöliakie können sehr vielfältig sein und viele Bereiche des Körpers betreffen. Hier einige Aufzählungen:

  • Mundschleimhautentzündungen
  • Gelenkschmerzen
  • Ataxie (Störung der Bewegungskraft)
  • Bauchschmerzen, Durchfälle, Übelkeit
  • Eisenmangel, VitaminB12-Mangel
  • Fehlgeburten, Unfruchtbarkeit
  • Akne, Hautausschläge
  • Stimmungsschwankungen, Konzentrationsstörungen
  • “Benebelt fühlen”
  • Schwindel, Migräne
  • chronische Erschöpfung
  • Schilddrüsenunterfunktion

Es gibt aktuell keine Heilmethode für Zöliakie. Betroffene können jedoch ein normales, beschwerdefreies Leben führen, wenn sie vollständig auf Gluten verzichten.

Weizenallergie

Durch das Vorhandensein spezifischer Gluten-Peptide werden Immunzellen rekrutiert, die Antikörper gegen das Getreide herstellen (z.B. IgE-Antikörper). Diese Antikörper setzen Botenstoffe frei (wie z.B. Histamin), welche die allergischen Symptome erzeugen.

Symptome:

  • verstopfte Nase, geschwollene Nasengänge
  • Juckreiz, Irritationen an Mundschleimhaut
  • juckende, tränende Augen
  • Magenkrämpfe, Durchfall, Übelkeit
  • Atembeschwerden
  • Nessselsucht

Glutensensitivität

Die Glutensensitivität kommt sehr häufig vor. Sie wird von unserer angeborenen Immunabwehr gesteuert. Dieser Abwehrmechanismus gegen Gluten schädigt jedoch nicht die Darmschleimhaut. Dennoch können dabei nach dem Verzehr von Gluten vielfältige Beschwerden entstehen.

Symptome:

  • unspezifische, vielfältige Symptome
  • Bauchschmerzen, Übelkeit, Blähungen
  • Müdigkeit
  • Taubheit in den Extremitäten
  • Kopfschmerzen, Antriebslosigkeit
  • Ekzeme

Abgrenzung und Diagnose

Da die Symptome der oben genannten Gesundheitsstörungen sich sehr ähneln und oft unspezifisch sind, gibt es die Möglichkeit einer diagnostischen Abgrenzung zur Zöliakie.

Allerdings ist die Diagnose-Stellung einer Zöliakie sehr schwierig, denn leider kann auch bei negativen Befunden, eine Erkrankung nicht ausgeschlossen werden. Am leichtesten ist zu überprüfen, ob die Beschwerden bei glutenfreier Ernährung gelindert werden bzw. ganz aufhören.

Zöliakie Diagnostik

  • Anzeichen bzw. Symptome, die mit einer Zöliakie vereinbar sind
  • Serologische Screenings (Antikörper gegen Gliadin oder Transglutaminase)
  • Vorhandensein von genetischen Markern (HLA-DQ2 oder HLA-DQ8)
  • Nachgewiesene Schädigungen der Darmschleimhaut durch Endoskopie
  • Verschwinden der Symptome durch glutenfreie Ernährung

Prophylaxe Möglichkeiten

  1. Zonulin-Produktion blockieren
  2. Leaky Gut reduzieren
  3. Glutenreiche Nahrung für Kleinkinder bis zum ersten Lebensjahr hinausschieben (Hier gibt es Versuchsreihen und Einzelstudien mit vielversprechenden Ergebnissen – Quelle: “Die Wahrheit über Gluten”, Prof. Dr. Alessio Fasano)

Eine regelmässige Darmtherapie (z.B. die Einnahme von Probiotika, anderer schleimhautmodulierender Heilmittel sowie regelmässige Labordiagnostik) kann helfen, das Leaky Gut zu reduzieren und die Zonulin-Produktion zu dämmen.


Reizdarm

Reizdarm

Naturheilpraxis Monika Groth

Leiden Sie unter Reizdarm? Laut Krankenkassenreport leiden 25% der Bevölkerung an chronischen Verdauungsbeschwerden. Diese Zahl spiegelt aber nur diejenigen wider, die mit diesem Problem zum Arzt gehen. Die Dunkelziffer liegt meines Erachtens viel höher. Beim Arzt bekommen diese Patienten oft die Diagnose: „Reizdarm-Syndrom“. Meist wird eine Darmspiegelung empfohlen, wo sich beim Großteil der Patienten kein ernsthafter Befund findet. Mit den Worten “damit müssen Sie leben”, werden viele ohne eine entsprechende Therapie entlassen. Manche landen dann bei mir – einer Heilpraktikerin mit Ausrichtung Magen/Darm.

Was verbirgt sich aber hinter dem Reizdarm-Syndrom? 

Die Ursache dafür ist in erster Linie, neben vielen anderen Bedingungen, ein fehlerhaftes Mikrobiom (unzureichende Zusammensetzung der Mikroorganismen im Darm), welches irgendwann zu einem Leaky-Gut-Syndrom führt (bitte lesen Sie dazu ausführlicher meinen Blog: Leaky Gut ). Beim Leaky-Gut-Syndrom besteht eine vermehrte Durchlässigkeit (Permeabilität) der Darmschleimhaut, die Darmbarriere ist gestört. Dadurch können Mikroorganismen, unzureichend verdaute Nahrungs­bestandteile und Allergene in die Darmwand gelangen und weiter in die Blutbahn übertreten. Die Folgen können Entzündungen, Immun­reaktionen, Stoffwechsel­störungen sein.

Leaky Gut und Reizdarm 

Ein durchlässiger Darm ist chronisch gereizt, sei es durch Entzündungen, die meist im stillen ablaufen und nur durch Entzündungsmarker im Stuhl zu diagnostizieren sind, sei es durch Lebensmittelallergien und durch sie ausgelöste immunologische Reaktionen, bei denen auch das körpereigene Histamin frei gesetzt werden kann, welches die Darmschleimhaut zusätzlich reizt. Ob Allergien oder Intoleranzen eine Rolle spielen, kann man auch durch einen Marker im Stuhl erkennen.

Symptome des Reizdarm

Die Folgen einer gereizten Darmschleimhaut sind vielfältig. Es können typische Reizdarm-Beschwerden, wie Durchfall, Verstopfung, Bauchkrämpfe, breiige Stühle, aber auch Sodbrennen auftreten. Die Symptome können sich aber auch auf anderen Schleimhäuten des Körpers “ausleben”. Das betrifft oft die Schleimhäute der oberen Atemwege  (Asthma, allergische Rhinitis), der Blase und Vagina (wiederholte Blasen- und Vaginalentzündungen), oder die Körperhaut (Neurodermitis, Psoriasis, Ekzeme).

Was kann man bei Reizdarm tun?

In den meisten Fällen kann man ohne umfassende Anamnese und differenzierte Labordiagnostik das bestehende Verdauungsproblem nicht therapieren. Mit einem Stuhlbefund, der die Analyse der Mikroorganismen, diverse Entzündungs- und Allergiemarker beinhaltet, kommt man oft schon weiter.

Wenn man gezielt therapieren möchte, muss man die Ursachen kennen. Man muss wissen, wie verändert das Mikrobiom ist, ob Entzündungen vorliegen oder ob Nahrungsmittel “stören”. Das ist wesentlich für den Erfolg der Therapie. Lesen Sie auch meine “Reizdarm-Therapie“.

.

Karpaltunnelsyndrom

Das Karpaltunnelsyndrom (CTS) ist das häufigste Engpasssyndrom in der Neurologie. Frauen sind häufiger betroffen als Männer. Die Häufigkeit der Erkrankung steigt mit dem Lebensalter. Beim Karpaltunnelsyndrom handelt es sich um eine Reizung oder Kompression des

Karpaltunnelsyndrom-Naturheilpraxis Monika Groth

Nervus medianus, der im Bereich der Handwurzel den sogenannten Karpaltunnel durchläuft.

Der Medianusnerv zieht aus dem Nervengeflecht am Hals durch den Arm und versorgt dort neben der Muskulatur auch sensibel die Haut und zieht mit seinen Endästen bis in die Hand hinein.

Ursachen

In seinem Verlauf von der Halswirbelsäule bis zum Handgelenk kann der Medianusnerv an mehreren Stellen abgedrückt und gereizt werden: z.B. durch die seitlichen Halsmuskeln, durch den Brustmuskel (zwischen erster Rippe und Schlüsselbein) oder durch Muskeln und Sehnen des Unterarms. Häufigste Ursache einer Nervenkompression ist an allen Stellen eine Fehl- bzw. Überlastung.

Risikofaktoren für das CTS sind vorausgegangene Knochenbrüche, eine Arthrose im Handgelenk, Sehnenscheidenentzündungen, aber auch organische Erkrankungen wie Diabetes oder eine Schilddrüsenunterfunktion.

Diagnose

Viele Menschen ignorieren das Frühstadium, wo zunächst nächtliche Schmerzen oder “Einschlafen” der Hände die vordergründigen Beschwerden sind. Im zweiten Stadium treten die Beschwerden auch tagsüber auf und hier klagen die Betroffenen erstmals darüber, dass ihnen Gegenstände aus der Hand fallen. Medizinische Hilfe suchen die meisten erst im Spätstadium, wenn die Beschwerden unerträglich geworden sind. Nicht selten wird erst ein Arzt aufgesucht, wenn die Fingerkuppen im fortgeschrittenen Stadium so unempfindlich geworden sind, dass Betroffene feinere Arbeiten nicht mehr durchführen können.

Es ist wichtig, bei ersten Anzeichen auf ein Karpaltunnelsyndrom möglichst zeitnah zu reagieren.

Anhand des Beschwerdebildes lässt sich die Diagnose des CTS relativ leicht stellen. Beweis gibt die Messung der Nervenleitgeschwindigkeit mit dem EMG.

Therapie

In der Schulmedizin gibt es drei Behandlungsmethoden:

antientzündliche Behandlung, Ruhigstellung des Handgelenks, operative Öffnung des Karpaltunnels mit  chirurgischer Trennung der Faszien

Der operative Eingriff zählt mittlerweile zu den Routine-Operationen und behebt bei den meisten Betroffenen das Problem langfristig. Allerdings hilft er nicht allen Patienten und es ist ratsam, vor einem operativen Eingriff eine manuellen Behandlung im gesamten Verlauf des Nervs zu probieren.

Ganzheitlicher Therapieansatz

Auch hier steht die Entzündungshemmung zunächst im Vordergrund. Hier kann die Traditionelle Chinesische Medizin oder andere ganzheitliche Therapieverfahren helfen.

Für eine effektive Behandlung ist aus naturheilkundlicher Sicht eine sorgfältige Ursachenforschung wichtig. Hier kommen Körpertherapien, wie z.B. die Zentherapie zum Einsatz, um den Ort der Nervenkompression oder -reizung zu lokalisieren und die entsprechende Fehlbelastung der Muskeln behandeln.

Gleichzeitig wird untersucht, ob organische Störungen oder allergische Prozesse vorliegen, die ätiologisch eine Rolle bei der Erkrankung spielen könnten.

Heilfasten nach H.v.Bingen

Heilfasten-NaturheilpraxisGroth

Eine Fastenkur im Herbst oder Frühjahr wirkt entschlackend und entgiftend auf den Organismus und vor allem reinigt sie den Darm. Man kann diese Kur zum Anlass nehmen, um alte Gewohnheiten loswerden. Nach der Kur kann man ganz von vorne anfangen.

Heilfasten nach Hildegard von Bingen

Ich empfehle das Heilfasten nach Hildegard von Bingen. Es dauert 11-12 Tage und beinhaltet drei Entlastungstage (weniger essen), 5-6 Suppentage (nur Suppen essen) und 3 Aufbautage (Nahrung wieder aufbauen). Diese Fastenkur ist zwar lang, aber sehr sanft, da man die köstlichen Suppen essen darf und sehr viele Nährstoffe zu sich nimmt. Ich habe die Rezepte der Hildegard von Bingen, die sehr viel Dinkel enthalten, in glutenfreie Rezepte umgewandelt.

Leib und Seele entschlacken

Das Heilfasten ist ein einfacher und effektiver Weg, um Leib und Seele zu entschlacken. Eine schlüssige Kombination von Fastensuppe, Fastentee und speziellen Heilkräutern verbessert Ihre Gesundheit und hebt Ihre innere Lebensfreude. 

Fastenzeitraum

Zeitraum: 12 Tage (3 Entlastungstage, 6 Fastentage, 3 Aubautage)

Was Sie brauchen: Ein Zeitfenster, wo Sie Ruhe und Sammlung finden (vor allem an den Fastentagen). Wenn Sie sich nicht solange frei nehmen können, hat sich als günstig erwiesen, an einem Sonntag zu beginnen. Die Tage, die etwas schwerer zu ertragen sind, fallen dann auf einen Donnerstag und Freitag (da sollten Sie sich auf jeden Fall frei nehmen) und die restlichen Fastentage fallen dann auf das Wochenende und den Montag. Nehmen Sie sich an diesem Zeitfenster möglichst nichts vor, sorgen Sie dafür, dass Sie möglichst allein sein.

Behandlungen beim Fasten

Massagen oder Körperbehandlungen wirken sehr unterstützend während des Fastens. Sie tun Ihnen wohl, Sie fühlen sich danach sehr viel gestärkter. Zudem helfen sie dem Lymphsystem beim Entgiften. Sie sollten sich also unbedingt 1-3 Behandlungstermine von 30-60 min sichern.

Fastenberatung

Wenn Sie zum Heilfasten eine Beratung wünschen, stehe ich Ihnen gern zur Verfügung.

Leaky Gut

Leaky Gut - Gestörte Darmbarriere

Leaky gut – Naturheilpraxis Monika Groth

Was bedeutet Leaky Gut?

Der Begriff Leaky-Gut kommt aus dem Englischen und bedeutet durchlässiger Darm. Das Leaky-Gut-Syndrom beschreibt einen Zustand, bei dem die normale Barrierefunktion des Darmes gestört ist.

Darmbarriere

Die Oberfläche des Darmtrakts beträgt über 400 m2. Diese enorme Fläche dient der Aufnahme von Nährstoffen und Flüssigkeit. Die Darmbarriere-Funktion, entsprechend einer Grenze zwischen Außenwelt und Körper, muss hier entscheiden, welche Stoffe der Körper aufnimmt und welche nicht weiterverarbeitet werden. Dabei spielen die Tight junctions (“dichter Verschluss”) eine wichtige Rolle. Sie sind eine Art Verbindungsstelle zwischen den Zellen und verhindern normalerweise das Eindringen von Molekülen. Somit bilden sie einen Schutz vor eindringenden Mikroorganismen.

Bei einem Leaky-Gut-Syndrom kommt es unter anderem zu einer Fehlfunktion dieser Tight junctions. Dadurch entsteht eine vermehrte Durchlässigkeit (Permeabilität) der Darmschleimhaut und die Darmbarriere ist gestört. Infolgedessen können Mikroorganismen, unzureichend verdaute Nahrungs­bestandteile sowie Allergene die Darmwand passieren und weiter in die Blutbahn übertreten. Die Folgen können Entzündungen, Immun­reaktionen, Stoffwechsel­störungen sein.

Ursachen für Leaky gut

Viele unterschiedliche Ursachen können zu einem durchlässigen Darm führen. Beispielsweise gefährden wiederholtes hastiges Essen mit unvollständigem Kauen die Schleimhautbarriere.

Weitere mögliche Ursachen:

    • Entzündungen
    • Nahrungsmittel­unverträglichkeiten
    • Antibiotika
    • Darmdysbiosen (Fehlbesiedelung der Darmflora)
    • Nahrungsmittel­intoleranzen (wie Gluten­intoleranz, Histamin­intoleranz, Lactose­intoleranz und Fructose­intoleranz)
    • bestimmte Medikamente
  • Schwer­metalle und Belastungen mit chemischen Stoffen

Symptome eines Leaky gut

Es gibt keine konkreten Symptome, die sofort auf ein Leaky gut schließen lassen. Durch das Fehlen der Darmbarrierefunktion und das Austreten von Allergenen und Toxinen in die Blutbahn, können sich wie o.g.  Entzündungen, Immunreaktionen und Stoffwechselstörungen entwickeln. Folgende Symptome könnten ein Hinweis auf ein Leaky gut sein:

    • akute und chronische Darmbeschwerden wie Blähungen, Verstopfung, Durchfall und Bauchkrämpfe
    • Allergien
    • Kopfschmerzen
    • Müdigkeit und allgemeiner Leistungsabfall
    • psychische Symptome
    • Nahrungsmittelunverträglichkeiten
    • Autoimmunerkrankungen
  • Hauterkrankungen

Behandlung eines Leaky gut

Bei der Behandlung des Leaky gut steht in erster Linie die Schleimhaut-Regeneration im Vordergrund. Dabei kommen Aminosäuren, Mineralstoffe, Spurenelemente und Pflanzen zum Einsatz sowie das Schleimhaut-Therapeutikum Colibiogen. Weiterhin sollte die Ernährung umgestellt werden. Unsere westliche Ernährungsweise, die reich an leicht verdaulichen Kohlenhydraten, raffiniertem Zucker, ungesunden Fetten, Haltbarmachern und Nahrungszusatzstoffen ist, spielt eine große Rolle bei der Entstehung vieler Darmerkrankungen. Zusätzlich sollten bei bestehenden Nahrungsmittelallergien/-unverträglichkeiten, die allergieauslösenden Lebensmittel für eine Weile gemieden werden. Siehe auch meine Reizdarm-Therapie.

Die Behandlung dauert mindestens 2-3 Monate.

Tinnitus

Tinnitus – Naturheilpraxis Monika Groth

Tinnitus nennt man das Pfeifen, Klingeln oder Rauschen im Ohr. Es beschreibt akustische Wahrnehmungen, die sich meistens nicht auf eine tatsächliche Geräuschquelle zurückführen lassen und nur von der betroffenen Person gehört werden. An Ohrgeräuschen leiden in Deutschland ca. 10 Millionen Menschen (Quelle: Goebel, Kapitel 2 Epidemiologie, in Kröner-Herwig et al., Tinnitus: Kognitiv-verhaltenstherapeutisches Behandlungsmanual: Weinheim-Basel, Beltz-Verlag, 2010).

Der Hörsturz ist eine plötzlich auftretende, meist einseitige Taubheit, die mit Ohrgeräuschen verbunden ist.

Ursachen von Tinnitus

Als Auslöser kommen viele Faktoren in Betracht. Viele Experten nennen jedoch unseren modernen Lebensstil mit dem verbundenen Stress als Hauptursache von Tinnitus und Hörsturz.

Tinnitus und Stress

Bei Stress schütten wir vermehrt Katecholamine (z.B. Adrenalin) aus, diese können zu einer verminderten Durchblutung des Innenohrs führen. Die Zellen des Innenohrs werden infolgedessen mit weniger Sauerstoff versorgt und in ihrer Funktion gestört.

Tinnitus und Mitochondropathie

Mitochondrien sind die Kraftwerke unserer Zellen. Sie produzieren das Molekül Adenosintriphosphat (ATP), welches der menschliche Körper zur Energiegewinnung braucht. Die Mitochondrien sind zur Erfüllung ihrer Aufgaben mit über 50 Enzymen ausgestattet.

Bei der Mitochondropathie (Erkrankung der Mitochondrien) handelt es sich um Defekte von Enzymen, die an der Energiegewinnung der Zellen beteiligt sind. Die Auswirkungen betreffen den gesamten Zellstoffwechsel, da alle energieverbrauchenden Schritte gebremst werden. (Quelle: http://www.dr-kuklinski.info/)

Nach Dr. sc. med. Bodo Kuklinski kommt es aufgrund der gestörten Prozesse in den Mitochondrien zu Störungen auf Multiorganebene (Nervensystem, Hormonsystem, Verdauungssystem etc.) u.A. auch zu Störungen der Sinnesorgane mit folgenden möglichen Symptomen:

Schleier- und Verschwommensehen, Blend- und Lichtempfindlichkeit, Gesichtsfeldausfälle; nächtlichem Zuschwellen der Nase, Fließschnupfen sowie Tinnitus.

Prognose

Wichtig für die Prognose ist eine schnelle und effektive Therapie. Es werden drei Phasen von Tinnitus unterschieden:

  • akut (bis drei Monate)
  • subakut (bis sechs Monate)
  • chronisch (über sechs Monate)

Die besten Heilungschancen bestehen innerhalb der akuten und subakuten Phase.

Therapieoptionen in der Naturheilkunde

Bei Auftreten von Tinnitus oder Hörsturz ist eine Konsultation bei Ihrem HNO-Arzt vorzuziehen. Begleitend kann in der Naturheilkunde mit einer Kombination von Stressmanagement, Entspannungsverfahren, Akupunktur, homöopathischen Heilmitteln sowie einer manuellen Therapie der Halswirbelsäule behandelt werden.

Ich schaue mir nach Bedarf labordiagnostisch auch die Mitochondrien-Aktivität an. Bei festgestellter Mitochondropathie behandle ich zusätzlich mit Mikronährstoffen und Enzymen.